Im Frühjahr 1848 verliessen Michael Schwendener und Anna Katharina Schwarz mit ihren zwei kleinen Kindern und ein paar Schicksalsgefährten ihre werdenbergische Heimat und gelangten nach beschwerlicher Reise in das noch unbesiedelte Waldland von Kewaskum im Staate Wisconsin, westlich des Michigansees. Wisconsin ist, wie man auf jedem Autoschild dieses Staates lesen kann, «America's Dairyland», die Milchkammer Amerikas, und nicht umsonst verdankt die Universität der Hauptstadt Madison ihren Ruf vor allem der Abteilung für Landwirtschaft. Harte Arbeit, Mühsal und Entbehrung waren das Los der wagemutigen Siedler, die am Anfang weder Wagen noch Pferde oder Ochsen besassen. Sie hatten Axt und Säge, womit sie auf dem ihnen zugeteilten Land (etwa 150 Morgen) den Wald rodeten, um ihn in Weide und Kornfelder zu verwandeln. Es existierte damals keine Mühle in der Gegend, und so trug der junge Farmer Michael von Zeit zu Zeit einen Zentner Mehl auf seinen starken Schultern vom 60 km entfernten Milwaukee nach seiner Farm. Er brachte es mit den Jahren zu blühendem Wohlstand und gründete aus eigenen Mitteln eine Schule für die Bauernkinder der Gegend. Fast achtzigjährig starb er 1899, ohne die alte Heimat wiedergesehen zu haben. Sein ältester, 1847 in Buchs geborener Sohn Johannes, ursprünglich Theologe, studierte in Chicago unter dem auch aus Buchs eingewanderten berühmten Chirurgen und Generalarzt Niklaus Senn Medizin und wurde ein angesehener Arzt in Milwaukee. Sein jüngerer Bruder Heinrich (1854-1928) entfaltete jahrzehntelang eine weitreichende und gesegnete Tätigkeit als «Pioneer Evangelist» in USA und Brasilien. Die grosse Baptistengemeinde der USA feierte 1954 seinen hundertsten Geburtstag. (Aus "Samstag, 28. Mai"). |
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